Was sind Dioptrien?

Ein sehr oft von einem Augenoptiker verwendeter Begriff ist das Wort Dioptrien. Kaum jemand weiß, was konkret damit gemeint ist. 

Die Dioptrien bestimmen die Brechkraft eines Brillenglases

Die Dioptrien bestimmen die Stärke eines Brillenglases

Die Dioptrie wird als Maßeinheit benutzt, um jene Stärke anzuzeigen, mit der ein Glas einer Brille das Licht bricht. Das macht die Dioptrie für die Bewertung einer Fehlsichtigkeit des Auges zu einer wichtigen Kennzahl. Kurzsichtigkeit wird durch Minus-Werte verdeutlicht. Plus-Werte dienen der Angabe einer Weitsichtigkeit. Gleich ob man positive oder negative Werte ermittelt, steigt die Dioptrienzahl, nimmt gleichfalls die Brechkraft des Brillenglases zu. Das ist gleichbedeutend mit einer Zunahme der Fehlsichtigkeit. In der Augenoptik zeigen fast immer 0,25 Dioptrien Stufen die jeweilige Brechkraft der Brillengläser. Nur in sehr seltenen Ausnahmefällen gibt es weitere Abstufungen.

Ohne Brille sieht eine Kurzsichtige nur in der Nähe scharf. Ab einer bestimmen Entfernung wird alles undeutlich. Kursichtige können unter Zuhilfenahme dieser maximalen Entfernung zum Scharfsehen die Dioptrien-Zahl des infrage kommenden Brillenglases selbst ziemlich genau schätzen. Ein normalsichtiges und gesundes menschliches Auge hat bei einer größeren Entfernung zum betrachteten Objekt einen allgemeinen Brechwert von mehr als 60 Dioptrien. Ermitteln lässt sich der Wert durch Addieren der Brechkraft der Hornhaut (etwa 43 Dioptrien) und der Linse (etwa 19 Dioptrien) sowie zusätzlichen Faktoren im Auge (ungefähr drei Dioptrien). Wer auf der Autobahn in einer Entfernung von 100 Meter Verkehrsschilder nicht genau wahrnehmen kann, hat Probleme mit seiner Sehkraft.

Der Wert kann sich allerdings vergrößern, wenn ein Objekt in kürzerer Entfernung betrachtet wird und unscharf wahrgenommen wird. Dann muss das Auge scharf gestellt werden soll. Augenoptiker oder Augenärzte verwenden zur Bestimmung der Dioptrien exakte Messgeräte. Weitsichtige benötigen Plus-Brillengläser. Diese bündeln ähnlich wie eine Lupe einfallende Lichtstrahlen in einem Brennpunkt. Im Gegensatz zu Kurzsichtigen ist es Weitsichtigen nicht möglich, ihre Fehlsichtigkeit aus ihrem persönlichen Schärfebereich abzuleiten.

Der Augenoptiker ermittelt entweder durch subjektive oder objektive Messung (genannt auch Refraktion)die genauen Dioptrienwerte. Die objektive Messung der Dioptrien führt der Optiker mit einem Autorefraktor durch. Durch Sammellinsen (haben positiven Brennwert) wird Weitsichtigkeit korrigiert. Kurzsichtigkeit korrigiert man mit Zerstreuungslinsen (negativer Brechwert). Das ist auch der Grund, warum bei Kurzsichtigkeit eine Dioptrienzahl negativ angegeben (beispielsweise -10 dpt) ist. Weitsichtigkeit beschreibt eine positive Dioptrienzahl (beispielsweise +5 dpt). Das Zeichen für eine Dioptrienzahl  – dpt – ist international nicht gebräuchlich, sondern lediglich ein nationaler Standard.

Die Dioptrienzahl ist nicht nur für den Augenoptiker von Bedeutung, wenn er danach Kontaktlinsen und Brillen für seine Kunden auswählt. Korrekturen von Fehlsichtigkeiten werden auch vermehrt operativ vorgenommen. Anhand der Dioptrienzahl entscheidet der Operateur über das günstigste Verfahren. Laserkorrekturen am Auge werden beispielsweise bei Kurzsichtigkeit bis -10 dpt durchgeführt. Das Implantieren von Linsen in das Auge ist eine weitere Möglichkeit eines chirurgischen Eingriffs.

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